RUMs

Der neue, alte Spirituosen-Trend ist da!

Na, was fällt Ihnen als Erstes ein, wenn Sie das Wort Rum hören? Ganz klar: Sonne, Strand, Karibik und dazu einen bunten Cocktail. Seele baumeln lassen und zusehen, wie die Sonne im Meer versinkt. Vielleicht verbindet man gerade deshalb Rum mit einem so guten Lebensgefühl. Nach Gin ist es nun der Rum, der Markt, Gaumen und nicht zuletzt das Premiumsegment erobert.

Eigentlich gibt es überall, wo Zuckerrohr wächst, auch Rum. Aber nicht nur in der Karibik, sondern auch auf den Inseln vor der ostafrikanischen Küste wie Mauritius, Madagaskar und La Réunion oder auf den Philippinen sowie in Mittel- und Südamerika wird erstklassiger Rum hergestellt. Oder in Hamburg. Ja, richtig, die Hansestadt an der Elbe. Denn momentan sind Rum-Sorten auf dem Vormarsch, die nicht aus den klassischen Zuckerrohranbaugebieten stammen.
Hannes und Daniel, zwei Hamburger Jungs, haben in zweijähriger Handarbeit ihren „Ron Elba“ entwickelt. Die Zutaten: handverlesene Melasse, speziell entwickelte Hefen, etwas Seeluft und viel Liebe zum Detail. Für einen Rum kommt das Getränk aus dem Norden überraschend fruchtig daher. Ohne künstliche Aromen oder zusätzlichen Zucker ist es ein waschechter Dry Rum.
Die Melasse zu Ron Elba stammt übrigens aus Mauritius. Und dort kennt man sich ja bestens mit Rum aus. Im vergangenen Jahr räumte die inseleigene „Rhumerie de Chamarel“ beim German Rum Festival in Berlin kräftig ab – gleich fünf Medaillen gingen an das Familienunternehmen, dessen Zuckerrohrplantagen 350 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Inmitten tropischer Blütenpracht wird hier Rum verkostet. Ein einmaliges (Geschmacks-)Erlebnis. Ausgezeichnet wurden in Berlin der XO, der VSOP, der VS, sowie der Gold Rum und der Chamarel Classic White,  Aber Mauritius hat neben Chamarel und dem hervorragendem St. Aubin 1819 – besonderer Beliebtheit erfreuen sich der White Agricultural, Vanillia oder Coffee Rum – noch den ausgezeich-neten Rum der Domaine Labourdonnais zu bieten. So ist der Classic Gold Rum nicht nur – wie der Name schon vermuten lässt – ein goldener Rum, sondern er bietet eine ausgewogene Kombination aus Vanille, Zuckerrohr, Kaffee und zarten Holznoten. Oder auch den fünf Jahre gereiften Labourdonnais XO Single Cask sollte man mal probiert haben.

Was Hemingway liebte

Ganz typische Rum-Länder sind beispielsweise Kuba, Jamaika, Barbados oder Martinique. So sind wohl in Kuba die meisten Cocktails oder Longdrinks auf Rumbasis entstanden. Allen voran der erfrischende Mojito mit frisch gepress-tem Limettensaft und aromatischer Minze, der durch Hemingway weltberühmt wurde. Der Legende nach konnte der trinkfeste Nobelpreisträger so einige Longdrinks vertragen. Aber auch Cuba Libre, Daiquiri oder Mulata wurden auf der größten Karibikinsel kreiert. Kein Wunder, dass hier die Heimat einiger der weltbesten Barkeeper ist. Etwa vierzig verschiedene Sorten Rum werden in Kuba hergestellt, die mit ihren ganz unterschiedlichen Geschmacksnuancen verschiedenen Gaumen schmeicheln.
Die Entdeckung des Rums war übrigens – wie so oft in der Geschichte – dem Zufall geschuldet: Bei der Zuckerproduktion entsteht Melasse. Dieses Abfallprodukt gärt, wenn es mit Wasser vermengt wird. Dadurch entsteht eine Art Zuckerwein. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde viel mit Melasse experimentiert und wie man sie in einen Brand umwandeln könnte. An den Namen für das Getränk – Aguardente, Kill-Devil oder Rumbullion – lässt sich bereits ablesen, dass das Ergebnis noch nicht so recht überzeugte. Denn Aguardente heißt nichts anderes als Feuerwasser, das mit den Adjektiven ölig, scharf, stinkend und bitter bedacht wurde. Erst mit der Verbesserung der  Destilliermethoden wurde aus dem Fusel ein facettenreiches Getränk, das auch höchsten Ansprüchen genügt und viel Stoff zum Fachsimpeln bietet.

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Stoff für Seeräuber

Neben dem Bild von der Karibik wird Rum auch gern mit der Seefahrt in Verbindung gebracht. So hatte die dänische Westindienflotte im 18. Jahrhundert ihren Haupthafen in der Rumhandelsstadt Flensburg. Damals wurde hier viel mit Verschnitt gearbeitet, der häufig aus lediglich 5 Prozent Rum bestand. Das ist heute zum Glück anders. Der Neptuns Rhum wird zu 100 Prozent aus kolum-bianischem Zuckerrohrsaft hergestellt und reift in fünf Jahren in kleinen Fässern zur Vollendung. Ein richtig guter Tropfen.
Neben all den neuen Rums setzen einige Hersteller bewusst auf Tradition. Experten zeigen sich begeistert vom Plantation Rum Overproof O.F.T.D. Die Abkürzung steht für „Old Fashioned Traditional Dark“, was so viel wie altmodisch, traditionell und dunkel bedeutet. Diesen Rum mit seinen 70 Prozent vol. sollte man keinesfalls unterschätzen. Hier ist also Verdünnen angesagt oder man mixt aus dem Blend mit Rum aus Barbados, Jamaika und Guyana einen raffi-nierten Cocktail. Und wer mit Australien nur rote Erde und trockene Landschaften verbindet, der hat den tropischen Norden bzw. den Bundesstaat Queensland noch nicht besucht. Hier fährt man an Zuckerrohrfeldern entlang, so weit das Auge reicht. In dem Städtchen Bundaberg wird der gleichnamige Rum hergestellt. Obwohl: Strenggenommen ist er nach europäischen Maßstäben vielmehr eine Spirituose auf Rum-Basis. Nichtsdestotrotz erfreut sich der Bunda-berg Australian Spiced Spirit auch in hiesigen Gefilden wachsender Beliebtheit. Der Rumlikör mit Gewürzen vereint fruchtige und mild würzige Noten mit angenehmer Süße. Aber egal ob dry, old fashioned oder spiced – die Welt des Rums ist wunderbar vielfältig. Von traditionell bis abgefahren. Da dürfte für jeden etwas dabei sein. Wohl bekomm‘s!

Rum Tastings

Wie gezeigt, ist Rum wunderbar vielseitig. Da lohnt es sich, einfach mal an einem Tasting teilzunehmen. So bietet beispielsweise Rum-Tasting.de regelmäßig u. a. in Hamburg, München oder Düsseldorf spannende Verkostungen an.
www.rum-tasting.de
Unter dem Motto: „Genießen Sie karibische Momente und bekleckern Sie sich nicht mit Rum!“ bietet Jochen Schweizer amüsante und informative Tastings an.
www.jochen-schweizer.de
Oder man besucht das nächste German Rum-Festival in Berlin. Das findet übrigens am 13. und 14. Oktober 2018 statt.

Bezugsadressen

Chamarel und Labourdonnais gibt’s über www.fancyfood.eu
Ron Elba ist online erhältlich z. B. über www.delinero.de
Ein große Rumauswahl bietet beispielsweise www.rumundco.de

Lese-Tipp

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Rum – Ein Atlas trunkener Geschichten

Matthis Eilers, Melanie Jonas und Margitta Schulze Lohoff.
Höchst unterhaltsam erzählen die Autoren Geschichten aus verschiedenen Ländern und stellen dabei für Land und Region spezifische Rummarken vor. Es geht um Herstellung, Historie, Zuckerrohr-Ernte, aber auch um Sklaverei, Piraterie und eine Rum-Universität.
Delius Klasing, 144 Seiten mit 51 Fotos und Abbildungen. Auch als E-Book erhältlich.

 

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TI-PUNCH

6cl Chamarel Premium White Rum
2  Limetten
2 EL brauner Zucker
zerstoßenes Eis oder Eiswürfel

Zubereitung:
Die Limetten je in vier Stücke teilen, davon 5 Stücke in das Glas geben, den Rohrzucker (möglichst fein gemahlen verwenden) darüber streuen und alles mit einem Stößel zerdrücken. Das Glas mit zerstoßenem Eis oder Eiswürfeln auffüllen,  den Chamarel Premium White Rum darüber gießen und mit einem Barlöffel gut umrühren.

Enjoy the Taste of Mautitius!

 

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EL BARBER

6cl Ron Elba
2cl Limettensaft
Handvoll Minze
10-12cl fritz-spritz bio-rhabarbersaftschorle
Garnitur (frische Beeren)

Zubereitung: Eiswurfel in das Glas geben und 2cl frischen Limettensaft hinzufügen. Eine handvoll Minze mit einem Stößel anmuddeln und gleichmäßig im Glas verteilen, 6cl Ron Elba hinzugeben und 10 Sekunden lang kräftig shaken. In das vorgekühlte Glas mit frischem Eis abseihen und mit fritz-spritz bio-rhabarbersaftschorle auffüllen. Mit Beere garnieren.

 

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Fotolocation Cocktailfotos: Bernstein Bielefeld | Produkte: Ron Elba & Fancy Food & Lifestyle
Fotos: Maike Störmer, Manuela Weller

 

Weitere Informationen

www.rhumeriedechamarel.com
www.ronelba.com

Text: Eike Birck | Fotos: Ron Elba, Phillip Eggers, Bundaberg, Fancy Food & Lifestyle , Diddi Strauss, Manuela Weller

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