Wir machen Ihnen Beine!

Kanarische Inseln aktiv

Wandern in Las Vegas? Aber klar! Wer nun an Casinos und Lasterhöhlen denkt, ist schlicht auf dem falschen Kontinent. Las Vegas ist ein beschauliches Örtchen im Süden von Teneriffa und Ausgangspunkt einer schönen Wanderung. Wer bei den Kanaren nur an Badespaß denkt, verpasst spektakuläre Landschaften, die sich am besten zu Fuß erkunden lassen. Üppige Wälder, vulkanische Ebenen, steile Felsen, hohe Sanddünen oder urwaldähnliche Landstriche – die Kanarischen Inseln sind extrem abwechslungsreich. Werden Sie aktiv! Gerade jetzt im Herbst sind die klimatischen Bedingungen ideal.

La Palma
Grünes Juwel im Atlantik
Tief im Westen liegt die Grünste der kanarischen Inseln. Die zerklüftete Land-schaft ist ein Paradies für Outdoor-Fans. Über 1.000 Kilometer umfasst das Wandernetz – übrigens viele Wege können auch mit dem Mountain-Bike befahren werden – und erstrecken sich entlang der Küste, durch Lorbeer- und Kiefernwälder, vorbei an Bananenplantagen und Drachenbaumhainen. 2.426 Meter Höhenunterschied sind es vom Strand bis zum höchsten Punkt der Insel – gelegen im  Nationalpark Caldera de Taburiente. Ein Highlight also in vielerlei Hinsicht. Bei Wanderungen unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade im größten Senkkrater der Welt kann man Füße in Bächen kühlen oder sich unter die in bunten Farben schillernden Wasserfälle stellen. Oder von oben an den zahlreichen Aussichtspunkten das einzigartige Panorama auf sich wirken lassen. Kein Wunder, dass La Palma Ausrichterin des Walking Festivals ist (mehr dazu bei unseren Tipps).
Nachts begeistert der meist sternenklare Himmel (Hobby-)Astronome. Entweder von den zahlreichen Aussichtspunkten, den Miradores, oder bei einer geführten Wanderung bei Vollmond entlang der Vulkanroute. Faszinierend ist auch die Unterwasserwelt, die durch fließende Lava-Ströme geformt wurde. Höhlen, Türme, Bögen – wer abtaucht, kann viel entdecken und natürlich auch die maritimen Bewohner wie Zackenbarsche, Muränen oder Brassen kennen lernen.

La Gomera & El Hierro
Insel für Aus- und Einsteiger
Wie so oft sind es Rucksacktouristen, die die schönsten Plätze der Welt zuerst entdeckten und für den Tourismus salonfähig machten. Und so galt La Gomera lange Zeit als Hippie-Insel. Und auch heute geht es hier noch entspannter zu als auf anderen Inseln, denn La Gomera ist nicht direkt per Flugzeug, sondern nur mit der Fähre zu erreichen. Wer aber die etwas längere Anreise auf sich nimmt, wird mit einem Naturerlebnis der besonderen Art belohnt. Der verwunschene Lorbeerwald, der frühmorgens meist noch im Nebel liegt, versetzt den Wanderer in eine märchenhafte Welt. Der Nationalpark Garajonay, der immerhin zehn Prozent der Inselfläche einnimmt, lässt im Frühjahr die Blüten sprießen und schimmert in den Wintermonaten in einem ganz intensiven Grün. Auf 18 Wanderwegen lassen sich die urzeitlichen Wälder bestens erkunden. Mehr als 1.000 Tierarten (Vögel, Reptilien, Amphibien) sind hier zu Hause. An der Küste locken nicht nur schwarze Sandstrände, sondern auch eine von der Natur in den Fels gearbeitete Kirchenorgel, Los Órganos. Im nahegelegenen Valle Gran Rey findet man neben zahlreichen Übernachtungsmöglichkeiten und tollen Restaurants auch üppig grüne Bananenplantagen und Ausgangspunkte zu vielen Wanderungen.
Wer es noch ruhiger mag, nimmt die Fähre zur Nachbarinsel El Hierro – ein Vorzeigemodell in Sachen Nachhaltigkeit. Mit einem Wasser-Windkraftwerk versorgt sich die Insel zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien. Zahlreiche Wanderwege führen durch dieses naturbelassene Fleckchen Erde. Bizarr mutet der Wacholderbaumhain El Sabinar an – der Wind hat die Bäume über Jahrzehnte niedergestreckt und so verharren die Baumkronen auf dem Boden und nicht in luftiger Höhe.

Teneriffa
Insel der Superlative
Die Größte der Kanaren-Inseln beherbergt zugleich Spaniens höchsten Berg. Der sagenumwobene Teide, den man mit seinen stolzen 3.718 Metern von fast überall sehen kann. Die Landschaft ist gelinde gesagt spektakulär, man wähnt sich auf einem anderen Planeten. Und so verwundert es nicht, dass der riesige Krater vor der Mondlandung von der NASA zu Forschungszwecken genutzt worden sein soll. Auch sollen geologische Ähnlichkeiten mit dem Planeten Mars bestehen, sodass die Umgebung rund um den Vulkan immer wieder für wissenschaftliche Tests genutzt wird. Erforschen kann man das Gebiet sehr gut auf eigenen Füßen. Weit über 30 Wanderrouten führen durch den Parque Nacional del Teide, der seit 2007 zum UNESCO-Welterbe gehört. Man kann einfach nur zwei Stunden auf gut markierten Wegen spazieren gehen oder anspruchsvolle Touren unternehmen, die den ganzen Tag dauern. Außerdem lockt Teneriffa mit einem weiteren Superlativ: der längsten Lavahöhle Europas. Die Cueva del Vien-to misst ganze 17 Kilometer Länge und kann im Rahmen von geführten Touren besichtigt werden. Für besonderen Badespaß sorgen die vielen vulkanischen Naturpools. So ist man mitten im Meer und dennoch vor hohen Wellen und Strömungen geschützt. Durch die geringe Lichtverschmutzung ist die Insel der ideale Ort zum Sternegucken – hier ist man dem Himmel ganz nah.

Gran Canaria
Insel der Kontraste
Kilometerlange Sandstrände, malerische Küstenorte, gebirgiges Hinterland, unwirkliche Mondlandschaften und Wälder – ein Urlaub reicht gar nicht aus, um Gran Canaria zu erkunden. Egal ob zu Fuß oder auf dem Rad, auf dem Wasser oder an Land, wer seinen Urlaub aktiv verbringen möchte ist, ist hier richtig. Der Nordwesten blieb bislang vom Massentourismus verschont. Wanderer freuen sich über Vulkangipfel und bizarre Felsformationen, üppige Täler mit tropischer Vegetation, tiefe Schluchten mit stillen Stauseen, die schroffe Felsenküste, weiße Sandstrände und abgelegene Bergdörfer und Fincas, die sich nur zu Fuß erreichen lassen. Aber es lohnt sich – die Naturerlebnisse sind unvergesslich.

Fuerteventura
Insel des Windes
Meist weht eine steife Brise über der Kanareninsel, die deswegen gerade bei Windsurfern schwer beliebt ist. Aber auch Wanderer sind fasziniert von den besonderen Lichtverhältnissen, das Spiel von Licht und Schatten verändert die weite Landschaft, die mal sandfarben, mal rötlich daherkommt. Daneben gibt es grüne Täler wie den Barranco  Teguereyde, spannende  Klippenwanderungen zu traumhaften Buchten, und auf der vergleichsweise flachen Insel kann man auch einige Gipfel, wie zum Beispiel den Pico de Betancuria, der zweithöchste Berg Fuerteventuras, erklimmen. Und am Ende des Tages locken weiße Sandstrände und das türkis-blaue Wasser des Atlantiks lädt zur Abkühlung ein.

Lanzarote
Insel der 100 Vulkane
Genau genommen sind es sogar 125 Vulkane, die Lanzarote auszeichnen. Die kilometerweite Landschaft im Nationalpark Timanfaya ist ungeheuer beeindruckend. Im Nationalpark selbst sind individuelle Touren nicht erlaubt, aber Lanzarote bietet genügend Gelegenheiten anderenorts um Krater oder an Lavafeldern zu wandern. Oder man erundet die höchste Bergkette „Risco de Famara“ im Inselnorden und genießt einzigartige Panoramablicke und Palmenoasen. Vielleicht bei einem Gläschen hiesigen Weins. Zwar wird auf den meisten Kanaren-Inseln seit Jahrhunderten Wein angebaut, aber auf Lanzarote ist Weinanbau eine besondere Kunst. In der Region La Geria, im Inselinneren, wachsen tausende grüne Reben in kleinen Mulden schwarzer Lava-Asche, die zusammen ein eindrucksvolles geometrisches Muster ergeben. Außerdem dient im Norden eine Lava-Höhle als Konzertsaal. Ein musikalischer Leckerbissen, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.

Übernachtungstipps

Royal Hideaway Corales Beach_Aussenansicht (2)Teneriffa
Royal Hideaway Corales Resort Das exklusive Fünf-Sterne-Resort an der Costa Adeje im Süden Teneriffas, welches in die zwei Bereiche – Corales Beach nur für Erwachsene und Corales Suites für Familien – unterteilt ist, wartet mit einer spektakulären Architektur in Form eines Kreuzfahrtschiffes auf. Unverstellter Meerblick natürlich inklusive. Das 2018 neu eröffnete Hotel bietet neben exklusivem Design und lichtdurchfluteten Räumen ein ausgezeichnetes kulinarische Angebot: von der Sterne- bis hin zur Fusionsküche im San Ho – hier gibt’s peruanisch-japanische Küche. Zum Sonnenuntergang ist die Rooftop Bar der Place-to-be. Nicht weniger spektakulär ist die Lobby des Corales Suites für Familien, das mit dem Corales Beach durch eine Brücke verbunden ist: zentimetergenau in den Felsen gebaut samt multi-medialer 3D-Projektion. Willkommen in einer neuen Hotel-Ära.
www.barcelo.com

Gran Canaria
Marina Bayview
Mit der Wanderregion Mogán im Hinterland bietet dieses exklusive Vier-Sterne-Haus am Meer samt Pool und Wellness genau die richtige Erfrischung nach der Tour.
www.marinagrancanaria.com

Lanzarote
Finca de Arrieta
Die Insel von West nach Ost durchqueren und auf der familiär geführten Finca mit den ganz besonderen Übernachtungsmöglichkeiten ein tolles Quartier für weitere Unternehmungen beziehen. Herrlich unkompliziert.
Zum Beispiel buchbar über
www.lanzaroteretreats.com

Fuerteventura
Hotel Oasis Rural Casa Vieja
Eine Oase inmitten vulkanischer Landschaft samt liebevoll angelegter Gartenanlage, ist das restaurierte Herrenhaus im rustikalen Stil des 20. Jahrhunderts ideal, um nach einer tollen Wanderung die Seele baumeln zu lassen.
www.oasiscasavieja.com

La Gomera, La Palma, El Hierro
Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe versprechen die Ferienhäuser auf den Inseln La Gomera, La Palma und El Hierro. Idyllische Lage in der Natur samt ungestörter Privatsphäre in Garten und auf den Sonnenterassen – so geht Entspannen.
www.gomeraindividual.de

Routen-Tipps

Sieben Hauptinseln bilden die zu Spanien gehörende Inselgruppe im Atlantik Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro. Wandern, Bergsteigen, Radfahren, Mountainbiking, Schnorcheln, Tauchen, Kanu fahren, Windsurfen, Kitesurfen oder klassischer Strandurlaub – alles kann, nichts muss.

Teneriffa_deporte_senderismo_PR TF 86 Villa de Arico-Cumbre de Arico_Arico_NDR4039

 

La Palma
Wandernetz über 1.000 km – viele der Strecken sind auch mit dem Mountain-Bike befahrbar. Die Wanderungen im Nationalpark Caldera der Taburiente sind ein Must.
Auf La Palma stehen das ganze Jahr sportliche Aktivitäten wie Marathons oder Sprints auf dem Programm. Beim Wanderfestival vom 12. – 14. Oktober 2018 wählen die Teilnehmer verschiedene Wanderungen mit unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden. Ein echtes Happening. Weitere Infos unter www.visitlapalma.es/de

La Gomera
Oberhalb vom Valle Gran Rey startet die Wasserfall-Tour mit etwas Kraxeln und ein bisschen Abenteuer. Ideal für Kinder & Einsteiger ist die kürzere Route, die in Casa de la Seda startet.

El Hierro
Von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt geht die Wanderung vom Mirador Playa del Rio bis zum Mirador Roques de Salmor in knapp zwei Stunden immer am Atlantik entlang.

Gran Canaria
Wanderung zum  El Roque Nublo – dem Wahrzeichen der Insel. Obwohl nicht die höchste Erhebung der Insel, so ist der 80 Meter hohe Felsen von fast überall auf Gran Canaria zu sehen – Panoramablick von oben inklusive.

Fuerteventura
Aufstieg zum beliebtesten Aussichtspunkt der Insel: Der Mirador Morro Velosa liegt auf 675 Meter Höhe. Der Höhenweg erlaubt herrliche Ausblicke in die Bergwelt des Zentralmassivs.

Lanzarote
Feuerberge & Lavameer: Geführte Wanderung durch den Nationalpark Timanfaya. Bei der etwa dreistündigen, einfachen „Ruta de Termesana“ erleben maximal acht Teilnehmer den vulkanischen Ursprung hautnah. Individuelle Wanderungen sind im Nationalpark nicht erlaubt.
www.reservasparquesnacionales.es

Teneriffa
Das Tenogebirge im Nordwesten ist ein Wanderparadies. Eine besonders eindrucksvolle Tour führt durch die Schlucht von Masca bis an die Atlantikküste.
Das Tenerife Walking Festival – das führende europäische Wanderfestival ist ideal für Wandergruppen, Familien mit Kindern, Hobbywanderer und Naturliebhaber.
www.tenerifewalkingfestival.com

Text: Stefanie Gomoll | Fotos: Visit La Palma, Gran Canaria Tourismo, Cabildo de La Gomera, Tourismo Lanzarote, Aquashot/ASPEUROE.COM, Lanzarote Wine Run/James Mitchell,  Turismo de Tenerife, Barceló Hotel Group

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.