Japanischer Whisky

Nippons Malts auf dem Vormarsch.

Er schmeckt ausgezeichnet. Whisky aus japanischen Destillerien. Obwohl die Whiskykultur im Land der aufgehenden Sonne gerade mal 100 Jahre alt ist, dokumentieren zahlreiche internationale Awards die herausragende Qualität und Originalität japanischen Whiskys. Kenner schätzen die japanischen Brände wegen ihres ganz eigenen Profils und ihren milden Geschmack. Ihren weltweiten Siegeszug beförderte übrigens nicht zuletzt Bill Murray in „Lost in Translation“.

Längst sind die Malts aus Japan keine exotische Ausnahme mehr auf dem internationalen Whisky-Parkett. Und dass, obwohl es in Japan lediglich acht Whisky-Destillerien von fünf verschiedenen Betreibern gibt. Im Vergleich zu den 120 in Schottland existierenden Whisky-Destillerien erscheint die Zahl unbedeutend. Ein Indikator für die Qualität der Whiskys ist dies allerdings keinesfalls. Vielmehr haben die japanischen Brände ihren internationalen Siegeszug äußerst erfolgreich angetreten.

Heute zählen vor allem Destillate von den beiden Marktführern Suntory und Nikka zu den ganz edlen Japan-Malts. Weltberühmt wurden die Malts aus dem Hause Suntory allerdings auch dank Bill Murray. Er spielte in dem Kultfilm „Lost in Translation“ das Werbegesicht für die Marke und prägte den Satz „For relaxing times – make it Suntory time!“ Die erfolgreiche Teilnahme an Wettbewerben und Blind Tastings in Schottland, dem Mutterland des Single Malts, taten ihr übriges für den Siegeszug japanischer Whiskys.

Dessen Geschichte beginnt in Japan bereits im Jahr 1923. Shinjiro Torii baute damals in einem Randgebiet von Kyoto die erste Whiskybrennerei Japans. Ein Jahr später begann er mit der Produktion von Single Malt Whisky. Weitere fünf Jahre später produzierte er den ersten japanischen Single Malt Whisky – den Suntory Whisky Sirofuda. Dafür, dass japanische Brennereien höchste Qualitätsmaßstäbe anlegen und modernste wissenschaftliche Erkenntnisse nutzen, werden sie mittlerweile längst vielfach belohnt.

Durch ihren eher milden Geschmack ähneln die japanischen Brände dem Scotch Whisky. Das liegt zunächst einmal daran, dass sie nach dessen Vorbild produziert werden. Eine Kopie dessen sind sie deshalb noch lange nicht. Rund die Hälfte der Destillerien in Japan stellt Malt Whisky her. Die andere Hälfte konzentriert sich auf Grain Whisky, da auch in Japan das Gros der Whiskys in Blends fließt.

Suntroy destilliert dabei einige der besten Brände weltweit. Suntory Yamazaki sind Single Malt Whiskys mit einem vollen Körper und Aromen von Trockenfrüchten und Honig. Im Geschmack leicht würzig, mit einer schönen trockenen und anhaltenden Holznote. Bester Whisky und mit Double Gold bei der San Francisco World Spirtis Competition 2013 ausgezeichnet wurde übrigens der Suntory Yamazaki 12 Years. Ein Single Malt, der den Gaumen durch sein ungewöhnliches Sandelholzaroma beeindruckt. Hergestellt wird er aus stark getorfter Gerste. Im Gegensatz zu schottischem Whisky, der vorwiegend in europäischem oder amerikanischem Eichenholz reift, verbringt der Suntory Yamazaki 12 Years die Zeit zwischen Brennblase und Flaschenabfüllung in Fässern aus japanischer Eiche. Seine orientalische Note verdankt er dem sogenannten Mizunaraholz. Spritzig mit einer frischen Nase von Ananas, Zitrus, Blüten, getrockneten Kräutern und etwas Eiche kommt er daher. Aromen, die perfekt zu der leichten Trockenheit des Whiskys passen. Ebenso charismatisch und vollmundig ist der Suntory Yamazaki 18 Years. Er darf sich mit zahlreichen Auszeichnungen u.a. als bester Whisky prämiert mit Double Gold von 2008-2013 bei den San Francisco World Spirit Competions, der ISC Trophy 2012 und der Trophy bei den International Wine & Spirit Competition 2011 schmücken. Der 18 Jahre alte Single Malt, der vor allem durch seine köstlichen Sherry- und Schokoladenaromen besticht, wird ebenfalls aus stark getorfter Gerste und dem klaren, weichen Wasser des Hakushu hergestellt.

Im Hibiki vereinen sich schließlich zahlreiche Arten von reinen Single Malt Whisky verschiedenen Alters und aus den unterschiedlichsten Fässern. Der Blended Whisky überzeugt mit seinem süßen, würzigen und komplexen Geschmack von exotischen Früchten. Den Suntory Hibiki 17 Years Old kennzeichnet sein weiches vollmundiges Aroma sowie seine leichte Torfigkeit. Tropische Früchte und Karamell bestimmen den zarten und komplexen Geschmack. Im Finish ist er süß, elegant, fruchtig und verführt mit einem leicht sauren Zitrus-Nachgeschmack. Bei der International Spirits Challenge 2012 wurde er als bester Whisky mit „Gold“ bedacht.

Suntory Hibiki 21 Years Old ist dagegen tief und sinnlich, mit der Dichte und dem Aroma gealterter Whiskys. Sein Finish ist langanhaltend, reich und fruchtig. Zuletzt wurde er in diesem Jahr als World‘s Best Blended Whisky ausgezeichnet und beim ISC und der ISC Trophy 2013 mit Gold gekrönt.

Whisky ist bislang das einzige destillierte alkoholische Getränk, das den Sprung von Europa auf den japanischen Markt erfolgreich absolviert hat. Zunächst über importierte Abfüllungen aus Schottland und Irland. Erst später, Anfang des 20. Jahrhunderts, entwickelte sich in Japan eine eigenständige Whiskyindustrie. Dass die Japaner im Trinken von Whisky Weltmeister sind, dürfte dagegen überraschen. Mit ihrem pro Kopf-Verbrauch lassen sie Briten und Amerikanern weit hinter sich.

Infos unter: www.suntory.com
Bezug unter: www.whisky-room.de

Text: Corinna Bokermann | Fotos: Manuela Weller

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