Nur echt mit Hut

Männer sind drauf

Sie machen wieder einen drauf. Erst haben sie sich Bärte wachsen lassen, jetzt setzen sie auf Kopfbedeckungen. Männer haben den Hut für sich wiederentdeckt. Bart und Hut – eine hippe, lässig-coole Kombination.

Natürlich gab es auch in der Vergangenheit Menschen, die man gar nicht ohne Hut kennt. So wie Udo Lindenberg, dessen Markenzeichen der tief ins Gesicht gezogene Hut ist und wohl einer der bekanntesten Hutträger Deutschlands sein dürfte. Aber auch Johnny Depp hat sich das stylische Accessoire schon vor Jahren zu Eigen gemacht. Fast möchte man behaupten, dass sein Faible für Hüte so weit geht, dass er deshalb die Rolle des Hutmachers bei Alice im Wunderland verkörperte. Und wie Frank Sinatra trug auch Jazzmusiker Roger Cicero als modisches Markenzeichen einen Wollfilzhut. Das klare Bekenntnis zum Hut verbindet ihn mit einem anderen deutschen Musiker, denn auch Jan Delay steht auf Hut.

Heute ist der Hut ein Bekenntnis. Unterstreicht den Stil. Früher trug man dagegen einfach Hut. Ohne zu hinterfragen warum. Vielmehr schien der Hut mit dem Kopf eine feste Allianz eingegangen zu sein. Zumal er im Sommer ganz vortrefflich vor der Sonne, im Herbst vor nieselndem Regen schützte. Ein praktischer Nebeneffekt: Man(n) musste sich keine Gedanken um sein Haarstyling machen oder sich zu weichendem Haupthaar bekennen. Schließlich trug Man(n) ja Hut. Fakt ist: Bis in die sechziger Jahre trat nahezu kein Herr unbehütet über die Türschwelle. Doch spätestens im darauf folgenden Jahrzehnt war diese Haltung passé. Das Accessoire Hut mutierte zum Synonym für alte Männer.

Jetzt ist er zurück. Frisch aufgelegt. Und verweist den Trendstyle schlechthin – den Bart – in seine Grenzen. Schon die exponierte Lage von Kopfbedeckungen spricht schließlich für sich. Wer also in der kommenden Saison ganz Gentleman sein möchte, sollte in trendiges Headwear investieren. Der Vielfalt ist dabei kein Ende gesetzt. Die gute Message: Extravagante Stilbrüche sind erlaubt. Also keine Angst bei der Auswahl des Hutmodells. Der Hut sollte zum Träger passen und seinen Charakter unterstreichen. Zu den Klassikern zählen beispielsweise Panamahut, Melone, Barrett und Baskenmütze oder der Trilby. Letzterer entstammt den 1930ern und mutet eher elegant an. Der altbewährte Vertreter des Fedora, der auch auf den Namen seines berühmten Trägers Humphrey Bogart hört, zeichnet sich durch seine nach unten gebogene Krempe und tellerförmigen Einbuchtungen zu beiden Seiten der Hutkrone aus. Stetson hat sich den Bogarthüten aus knautschbarem Filz seit 1865 verschrieben und produziert diese nach altbewährter Tradition ganz nach dem Motto „never change a winning system“. Mit der Herstellung handgefertigter Herrenhüte aus Filz hat sich auch Mayser, vor 200 Jahren in Ulm gegründet, erfolgreich einen Namen gemacht. Neben der traditionellen Mayser-Kollektion setzt die Kollektion „Michael Zechbauer – Style for men by Mayser“ Akzente durch edle Materialien, eine maskulin lässige Optik und raffinierte Details.

Maskulin, lässig und ausgesprochen jung kommt übrigens auch ein weiterer Klassiker, der Pork Pie, daher. Er ist etwas flacher als der Bogart, mit schmaler, meist nach oben gebogener Krempe, einem tellerförmigen Kopfteil und wirkt deshalb ausgesprochen jung. Wenn gen Herbst Filzhüte wie Pork Pies, Fedoras und klassische Wolltrilbys ihre schützende Funktion übernehmen, darf auch die aus Frankreich stammende Baskenmütze nicht fehlen. Traditionell hat die Baske, auch Barett genannt, ihre Ursprünge bereits im 18. Jahrhundert. Die flache Form und der kesse Zipfel in der Mitte zählen zu ihren unverwechselbaren Merkmalen.

Auf die Qualität klassischer Handwerkskunst sollte Man(n) bei dem modischen Accessoire nicht verzichten. Exakte Größe und optimale Passform sind ebenso wie das Material Kriterien, die für den Tragekomfort, aber auch die Optik des neuen Lieblingsaccessoires entscheidend sind. Wer sich also gut behütet in den Herbst begibt, sollte sich fürs Debüt gut beraten lassen.

huete

Text: Corinna Bokermann | Fotos: Bailey of Hollywood, Mayser

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